Der beste Tipp gegen Hautalterung? Eine ausreichende Portion Sonnencreme auftragen, damit wir de Sommer unbeschwert genießen können. Wir haben bei Experten nachgehakt, was man dabei beachten sollte:
Wahr oder falsch? Mythen rund um Sonnencreme
„Lichtschutzfaktor 30 reicht doch locker aus“
Das kommt darauf an, was Sie vorhaben. Verbringen Sie den Tag hauptsächlich in geschlossenen Räumen, könnte LSF 30 reichen. Aber wenn Sie sich draußen aufhalten, im Sommer und natürlich besonders beim Baden oder im Urlaub, sollte es auf jeden Fall ein Produkt mit LSF 50 sein. Im Gegensatz zu LSF 30 blockiert der höhere Lichtschutz zwar nicht wesentlich mehr Sonnenstrahlen, verlängert aber die Zeit, in der man sich unbesorgt in der Sonne aufhalten kann.
„An regnerischen Tagen braucht man keinen UV-Schutz“
Stimmt nicht, Sie brauchen auch an regnerischen oder bewölkten Tagen einen Sonnenschutz. UV-Strahlen durchdringen die Wolkendecke und werden von den nassen Straßen sogar noch reflektiert. Meine Empfehlung ist deshalb, täglich einen hohen Sonnenschutz als letztes Produkt in der Pflegeroutine zu nutzen. Übrigens: Wenn Sie Peelings mit AHA oder BHA verwenden oder auch Seren mit Retinol, ist es besonders wichtig, die Haut tagsüber ausreichend zu schützen, denn durch diese Produkte wird die Haut noch empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlen.
„Sonnenschutz verhindert die Produktion von Vitamin D“
Nein. Eine Sonnencreme verzögert die Produktion des Vitamins nur ein wenig. Aber auch wenn Sie eingecremt sind, reicht es, wenn die Sonne ungefähr eine Viertelstunde lang auf Ihr Gesicht, die Hände und die Unterarme scheint, damit Ihr Körper Vitamin D bilden kann.
„Die Creme vom letzten Jahr ist sicher noch okay“
Meistens nicht. Die Haltbarkeit der Creme ab dem Öffnen steht auf der Packung; normalerweise ist das ein halbes Jahr, manchmal auch ein Jahr. Allerdings müsste die Creme dann kühl und dunkel gelagert werden, das machen aber die wenigsten. Nach einigen Monaten verändert sich die Konsistenz, es bildet sich eine ölige Schicht oder die Creme riecht komisch. Selbst wenn das nicht der Fall ist: Vor allem Sonnenschutz mit chemischen Filtern wirkt nach einiger Zeit oft schlechter, deshalb würde ich keine Produkte aus der letzten Saison verwenden.
„Eingecremte Haut wird nicht braun“
Falsch, man wird auch mit Sonnencreme etwas braun, es dauert nur länger. Aber dazu muss ich deutlich sagen: Es gibt keine gesunde Bräune. Dass die Haut bei Sonneneinstrahlung dunkler wird, ist ein Schutzmechanismus des Körpers, den es eigentlich zu verhindern gilt. Genau deshalb ist es so wichtig, UV-Schutz aufzutragen.
„Wer Sonnencreme benutzt, trägt sie meist zu dünn auf“
Das stimmt leider. Viele unterschätzen, wie viel Sonnencreme man auftragen muss. Ein Beispiel: Wenn Sie sich von oben bis unten eincremen, ist eine Lotion mit 250 ml nach etwa fünf Anwendungen aufgebraucht. Auch beim Gesicht darf man nicht sparen, die richtige Menge dafür können Sie mit den Fingern abmessen: zwei Linien Sonnencreme je von der Fingerspitze bis zur ersten Falte der Fingerkuppe. Wenn Sie ein UV-Spray verwenden, achten Sie bitte darauf, wirklich genug aufzusprühen. Und natürlich bei Bedarf nachcremen oder -sprühen.
Der beste Sonnenschutz für Allergiker
Bei Sonnencremes gibt es Produkte mit chemischem oder mineralischem UV-Filter. Drei Fragen an Dr. Henrike Neuhoff, Leitung Wissenschaft bei Lavera Naturkosmetik:
Was ist der Unterschied zwischen den beiden UV-Filtern?
NEUHOFF Chemische Filter dringen in die Haut ein, absorbieren die UV-Strahlung und geben sie als Wärme wieder ab. Beim physikalischen Filter liegen die Mineralien auf der Haut und reflektieren die Sonnenstrahlen wie ein Spiegel das Licht. Die Vorteile: Mineralische Filter wirken sofort nach dem Eincremen und sind chemisch stabil. Das heißt, sie verändern sich nicht auf der Haut und anders als einige chemische Filter wirken sie nicht ähnlich wie Hormone.
Wer profitiert davon?
Mineralische Sonnenfilter sind für Menschen mit sensibler Haut, für Allergiker und für Kleinkinder besonders gut geeignet. Sie vermindern das Risiko für Sonnenallergien und sonnenbedingte Hautirritationen. Der „Weißel-Effekt“, also ein weißer Film auf der Haut, war viele Jahre eine Einschränkung. Dieser konnte aber durch neue innovative Formeln stark reduziert werden.
Sie meinen den Einsatz von winzigen Nano-Partikeln. Sind die eigentlich gesundheitlich unbedenklich?
Nano-Zinkoxid und -Titandioxid wurden von der EU-Kommission als sicher bewertet. Sie können nicht durch die Haut dringen und somit auch nicht ins Blut gelangen.
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