1. Grundsätzlich gilt
Wer in Rente ist, muss weiter eine Steuererklärung machen. Denn jede gesetzliche oder betriebliche Rente ist steuerpflichtig. Das heißt wiederum: Auch Rentner sollten alles tun, um die Steuerlast zu verringern. Wichtig dabei: Auch wenn immer von Brutto- bzw. Netto-Rente gesprochen wird – die ausgezahlte Rente ist eine Brutto-Rente, also eine noch unversteuerte Rente. Der Unterschied – im landläufigen Sinn – zwischen der ‚Brutto‘- und ‚Netto‘-Rente ist, dass dazwischen ‚nur‘ die Sozialabgaben, also Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, abgezogen wurden.
2. Nicht alle Rentner müssen Steuern zahlen
Das heißt nicht, dass alle Rentner auch Steuern zahlen müssen. Aktuell müssen von etwa 21 Millionen Rentnern ungefähr 7 Millionen, also etwa jeder dritte, tatsächlich Geld ans Finanzamt überweisen. Der Grund dafür: Nur ein Teil der ausgezahlten Rente ist steuerpflichtig. Dieser steuerpflichtige bzw. der steuerfreie Anteil hängen vom Jahr des Rentenbeginns ab. Das heißt: Ausgehend vom Jahr des Rentenbeginns wird ein steuerfreier Anteil ermittelt; dieser wird als Euro-Betrag lebenslang festgeschrieben. Ein Beispiel: Wer 2024 in Rente ging und einen Brutto-Renten-Anspruch von 1.800 Euro hat, muss davon 83% versteuern, 17% sind also steuerfrei: 1.800 Euro x 17% x 12 Monate = 3.672 Euro – 3.672 Euro pro Jahr der gesetzlichen Rente sind also lebenslang steuerfrei. Für jemand, der also zum 1.Januar 2024 in Rente gegangen ist, heißt das, dass von 21.600 Euro Rente pro Jahr (1.800 x 12) 3.672 Euro steuerfrei sind, dass also für 17.928 Euro Steuern zu zahlen sind.Das bedeutet aber auch, dass jede Renten-Erhöhung dazu führt, dass der steuerpflichtige Teil der Rente zunimmt, da ja der Freibetrag festgeschrieben ist, dass also selbst Rentner, die mit Rentenbeginn noch von der Steuer verschont wurden, irgendwann doch Steuern zahlen müssen bzw. dass für alle, die von Beginn an Steuern zu zahlen haben, jedes Jahr die Steuerlast größer wird. Für das Beispiel oben hieße das: Nun wird die Rente im Juli 2025 um 3,74% erhöht, dann beträgt die neue Monatsrente 1.867,32 Euro. Das ergibt eine Jahres-Brutto-Rente 22.407,84 Euro, zu versteuern wären dann schon 18.735,84 Euro – fast 5% mehr als im Vorjahr. Stiege die Rente 2026 wieder um 3%, läge die Brutto-Rente bei 23.080 Euro, der steuerpflichtige Teil schon bei 19.408 Euro.

